Das war die CyclingWorld Europe 2026

Es war inzwischen mein dritter Besuch dieser Messe in Düsseldorf. Sie hat sich von Jahr zu Jahr vergrößert und ist inzwischen wirklich bedeutend geworden. Sie macht der aktuell wichtigsten Fahrrad-Messe in Europa, der Eurobike, mächtig Konkurrenz. Zumindest aus der Sicht eines Endkunden. Ich finde die Cyclingworld allein schon wegen ihres genialen Ambientes super sympathisch. Das Böhler-Areal ist eine historische Industriearchitektur und wurde 1914 durch die Gebr. Böhler als Stahlwerk gegründet. Die Stahlproduktion lief bis 1993. Anschließend baute man die denkmalgeschützten Gebäude für eine vielfältige, kulturelle Nutzung um.

Vor dem Spaß steht die Anreise. Von Kassel bis Düsseldorf…diesmal mit dem Auto!

Neuer Besucherrekord

In diesem Jahr kamen noch einmal mehr Besucher als 2025 auf die Messe. Etwa 35.000 Menschen sollen es dem Pressebericht nach gewesen sein. Die Hallen und das Testgelände waren, nicht zuletzt wegen des schönen Wetters, rappelvoll. Die Stimmung jederzeit sehr entspannt und überall Menschen mit guter Laune. Für uns war der Freitagabend wieder die beste Besuchszeit: Weniger Andrang an den Ständen, längere Gespräche mit den Ausstellern, mehr Zeit zum Schauen, fotografieren und einfach mal wirken lassen. Die Möglichkeiten zum Ausruhen und Verpflegen sind mittlerweile deutlich erweitert worden.

Die Highlights, die Neuigkeiten

Was aber waren die Highlights, die Neuigkeiten, die gezeigt wurden? Gab es echte Innovationen? Diese Fragen sind gar nicht so leicht zu beantworten. Die größte revolutionäre Entwicklung war für mich die „neue“ Laufradgröße mit 32 Zoll. Es waren diverse Modelle mit diesem Konzept zu sehen, aber es sind längst noch nicht alle Hersteller darauf angesprungen. Eine Wertung über diesen Trend mag ich noch nicht abgeben. Rein optisch ist der Unterschied genauso mächtig, wie damals der Umstieg von 26 auf 29 Zoll. Es gibt immer mehr Speziallösungen und viel Verbesserungen im Detail. Längst gibt es nicht mehr nur ein Gravelbike. Allein in dieser Kategorie finden sich mittlerweile Race-Bikes, Abenteuer-Bikes und Urban-Bikes. Auch die Cargobikes sind noch allgegenwärtig in unterschiedlichsten Ausprägungen und für diverse Ansprüche im Angebot. Mir kam es so vor, als bekäme der Hundetransport eine immer größere Bedeutung. Und klar, die eBikes waren natürlich auch überall vertreten. Im Mountainbike-Bereich geht der Trend zu immer stärkeren Motoren, größeren Akkuleistungen und noch mehr Digitalisierung. In Rennrädern finden sich ebenfalls leistungsstarke Motoren, die aber immer weniger auffallen. Ihre Leistung ist deutlich geringer als in den meisten Mountainbikes. Im Rennrad dient die elektrische Unterstützung auch eher als die „schiebende Hand“ an einem steilen Anstieg oder am Ende einer langen Strecke. Deshalb fallen die Akkus auch kleiner aus.
Mir ist aufgefallen, dass sich der 3D-Druck in neue Bereiche vorwagt. Gedruckte Sättel gibt es schon länger, aber gedruckte Schuhe kannte ich noch nicht. Wer durch meine Bilder vom Samstag scrollt, dem fallen die Schuhe von Hezo direkt auf.

Das Messe-Begleitprogramm

In diesem Jahr war auch das Begleit-Programm der Messe wieder sehr spannend. In der Blogger-Lounge gab es am Samstag und Sonntag viele Vorträge zu den unterschiedlichsten Themen. Am Samstagabend wurde der neue Film von der deutschen Bikepackerin Wiebke LühmannSame Sun“ gezeigt (leider war sie nicht persönlich vor Ort), am Sonntagabend referierte Christoph Strasser (Podcast Sitzfleisch, Extremsportler: 6x Race across America, 2x Trans Continental Race gewonnen), dem ich auch sehr gerne zugehört hätte. Das war aus zeitlichen Gründen leider nicht mehr möglich. Außerdem standen an beiden Tagen mehrere geführte Ausfahrten mit dem Bike auf dem Plan.

Die „Influencer“

Ich habe einige Youtuber vor Ort gesehen, denen ich schon seit längerem folge. Die Beiträge sind prall mit Informationen gefüllt. Hier die links zu ihren Kanälen:

Update: Hier ist auch Teil 2 von vit:bikes:

Und: Es gibt auch noch Blogger!

Neben den vielen YouTubern habe ich aber auch einen Blogger entdeckt: Cycling Claude

Einen Fotoapparat hatte ich natürlich auch im Gepäck. Nachfolgend ein paar Eindrücke unserer Messetour:

Freitag:

Samstag:

Schwieriges Thema: Die Anreise

Für die Anreise haben wir erstmals ein Auto benutzt. Aus gutem Grund, denn die Fahrt von Kassel bis Düsseldorf ist vollkommen spaßbefreit. Und gefühlt wird das Reisen mit der Bahn in Deutschland eher chaotischer als besser. Das Auto war dafür sehr gut ausgenutzt, weil nicht nur wir (Dirk, Nobby, Andreas und Mario) sondern auch ein Teil der Familie von Dirk an Bord war. Das Fahrzeug hat uns freundlicherweise die Firma Aschenbrenner zur Verfügung gestellt. Ein dickes Dankeschön dafür an dieser Stelle!

Unsere Unterkunft

Wenn Messen stattfinden, ist es immer etwas schwieriger eine Unterkunft zu finden. Diesmal hatten wir zu viert eine Ferienwohnung in der Nähe des Böhler-Areals gemietet. Das war super und würde ich auch bei einem weiteren Besuch wieder in in Erwägung ziehen. Interessanterweise ist in diesem Jahr sogar der Campingplatz am Rhein (Camping Lörick) offiziell als Übernachtungsmöglichkeit seitens der Cyclingworld genannt worden. Vor zwei Jahren haben wir dort gecampt, waren aber eher nur geduldet als willkommen. Ob der Platzwart inzwischen die Radfahrer als Einnahmequelle entdeckt hat? Möglich wäre es, uns hat er damals ordentlich abkassiert…

Fazit

Die Cyclingworld hat sich spürbar weiterentwickelt und vergrößert. Diesmal sind auch noch mehr der großen Hersteller dabei gewesen. Das Angebot an Plätzen zum Ausruhen wurde angepasst. Parallel dazu gab es nun auch deutlich mehr Möglichkeiten, sich zu verpflegen. Das war richtig gut.
Die zusätzlich ins Programm aufgenommen Halle, das „RheinRiff“, hat mich beeindruckt. Darin findet sich zusätzlich zur Ausstellungsfläche auch eine Surferwelle, ala Eisbachwelle München. Eine schöne Abwechslung und genialer Spot für eine Messepause. Die Preise für Essen und Getränke sind hoch, messetypisch übertrieben.
Die Anzahl an Ausstellern ist meiner Meinung nach gigantisch. Ein gelungener Mix aus den großen Playern und kleinen, innovativen Schmieden, abseits des Mainstreams.
Uns hat es einmal mehr richtig gut gefallen und viel Spaß gemacht!

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