Erstes Winterbiwak 22

So richtig will der Winter noch nicht in Fahrt kommen. Dennoch, oberhalb von 400 Metern liegt in Nordhessen verbreitet noch eine teilweise geschlossene Schneedecke. Worauf also lange warten? Diesmal waren wir wieder zu dritt unterwegs, quasi sternförmig trafen wir uns am vereinbarten Spot. Zu unserer großen Überraschung: Da waren schon welche! Keine Bikepacker, diese Personen waren mit Auto und Rucksack unterwegs. Wie krass, unser Spot wurde okkupiert. Puh, das erste Mal, dass so etwas passierte. Gut, wenn dann ein Plan-B zünden kann.

Schloss Wilhelmshöhe

Die Nacht war mit Temperaturen knapp über 0°C relativ warm. Dadurch taute leider der Schnee und ein dichter Nebel waberte zudem durch den Wald. Von den Bäumen tropfte es, als würde es regnen. Erschwerte Bedingungen, so konnte man es bezeichnen. Ein kleines Feuer zu entfachen erforderte schon einige Tricks 🙂 Aber Winterbiwaks sind ja ohnehin die „Königsdisziplin“ unter den overnightern.

Regelmäßig kommt Frage, wie das überhaupt im Winter alles so funktioniert. Deshalb schreibe ich hier mal ein paar Tipps dazu auf.

  1. Schwitzen bestmöglich vermeiden. Für mich immer schwierig, weil ich wirklich schnell in Schweiß komme. Dafür trockene Ersatzklamotten mitführen (es reicht meist ein Unterhemd). Fürs Lager zusätzlich eine wärmende Jacke einpacken. Ich habe im Winter grundsätzlich eine Daunenjacke mit Kapuze (angenehm bei Glatze) dabei, über die ich bei feuchten Bedingungen noch ein Hardshell drüberziehe. Das hilft auch gut gegen eisigen Wind
  2. Mein größtes Problem sind kalte Füße. Dagegen helfen zum Beispiel wärmende Zehenpads, die auf die Socken geklebt werden
  3. Als Unterlage zum Schlafen eine Isomatte mit hohem R-Wert (Wärmedurchgangswiderstand) nutzen. Wenn’s richtig kalt ist (tief gefrorener Boden, Eis oder Schnee), dann nutze ich zusätzlich noch eine Schaumstoffmatte als zweite Unterlage. Es ist unglaublich, was ein guter Schutz von unten für den Schlafkomfort ausmacht! Ich schlafe im Winter immer mit einer Mütze.
  4. Ein Daunenschlafsack und meistens zusätzlich noch einen Biwaksack. Der schützt bei Wind und gegen Niederschlag. Alternative zum Bivi ist natürlich ein Zelt. Benutze ich im Schnee eher selten. Bei richtigem Dreckswetter, also Regen (den es im Winter ja auch gibt), schon gerne.
  5. Faltbares Schaumstoffsitzkissen
  6. Zum Kochen sehr oft Hobo (Bezeichnung für einen kleinen Holzofen) oder Benzinkocher. Spiritus und Gas sind bei Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt keine gute Wahl. Vorwärmen unterm Trikot hilft manchmal, aber auch nur zeitlich sehr begrenzt.

Wer tiefer ins Winterbiwakieren eintauchen will, dem kann ich auch das Buch „Rad und Raus, alles für Microadventure und Bikepacking“ von Gunnar Fehlau empfehlen. Darin finden sich auch noch eine ganze Reihe weitere Informationen zum Thema Bikepacking.

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2 Thoughts to “Erstes Winterbiwak 22”

  1. Andreas Heinz

    Hallo Mario,
    wie es den Fotos entnehme war das ja Glamping ❣ 🤘💪👍😜

    L.G. Andreas

    1. Mario Schön

      Hi Andreas,
      hmm, naja, glamping würd ich’s noch nicht nennen, aber wir haben’s uns schon gemütlich gemacht. Trotzdem alles auf dem Radl transportiert und auch ordentlich Höhe geschrubbt 🙂
      Diese Stühlchen sind genial, das kannst du glauben! Auf eine längere Bikepackingtour werde ich den natürlich nicht mitschleppen….
      Grüße in den Westerwald!
      Mario

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