Oktober, Zeitumstellung, früher dunkel, zack ist der November auch schon da. Der Monat, dem leider jeglicher Charme fehlt. Das Tageslicht ist kurz, das Wetter schlecht. Wenn es ja wenigstens Schnee gäbe. Kleine Lichtblicke sind einige Sonnenaufgänge, besonders dann, wenn sich dazu noch Nebelschwaden in den Niederungen verbreiten. Aber auch die sind selten. Was kann ansonsten im November noch motivieren? Genau: Ein Overnighter! Der war schon länger in Planung, und das aus gutem Grund.
Kassels bekannteste Schaukel. An ihr scheiden sich die Geister. Ich finde sie GENIAL!
Aus dem Overnighter-Fahrtenbuch
Ein Freitagabend: Mit Einbruch der Dämmerung treffen wir uns, um einen neuen Overnighter-Spot anzufahren! Wir sind gespannt, noch niemand war dort. Wir sind diesmal eine richtig große Gruppe…
Die Vielfalt der Bikes ist spannend: Lastenrad, Fatbike, Gravelbikes, eMTB(Fully), 29er MTB-Hardtail, 27,5er Plus-MTB
Beim Start am ersten Treffpunkt in der Kasseler Innenstadt ist mein 4.0er Vorderreifen fast platt. Shit, das hatte ich die letzten drei Jahre nicht. Naja, Flicken ist im Moment noch keine Option, ich pumpe schnell nach. Es warten an anderer Stelle noch weitere Bikepacker auf uns
Zwei weitere Male muss ich Pumpen, rette mich aber dank der guten Notlaufeigenschaften des Fatties gerade so bis zur Verproviantierungsstelle. Ein Supermarkt mit Vordach und Licht 🙂
Ich finde das Loch – natürlich nicht …Rettung bringt ein Wassereimer, den ich von den hilfsbereiten Bäckereifachverkäuferinnen bekomme. Wenngleich diese auch etwas verwirrt sind, als ich ihnen mein Problem zu schildern versuche…(Sie: „WAAAS wollen sie mit dem Wassereimer machen? Ähhhh Radfahren bei DEM Wetter, im dunkeln und wohin überhaupt…“ usw, usw)
Lange Rede: Loch gefunden, geflickt und Weiterfahrt bis zum Spot. Dirk ist auch grad erst angekommen, aus entgegengesetzter Richtung. Mit einigen (unfreiwilligen) Umwegen, schön durch den Modder. Warum sollte es ihm auch besser ergehen, als uns?
Der Spot: Klasse, alles da, was sich der Bikepacker so wünscht
Bijan und ich haben neues Material zum Testen im Gepäck, das war schon länger geplant. Ganz heißer Sche..ss aus Kanada. Seit über einem halben Jahr jage ich dem Teil hinterher, immer ausverkauft. Dann doch im richtigen Moment zugeschlagen. Dazu gibt es eine eigene Story
Die Bedingungen vor Ort (am Spot) sind tatsächlich nicht so prickelnd: desorientierender Nebel, Nässe, stockfinstere Nacht (war doch erst Rekord-Vollmond!). Wir sehen keine 3 Meter weit
In Summe drei Zelte, eine Hängematte und zwei Unterdach-Schläfer 🙂 so viele Bikepacker waren wir lange nicht mehr. Klasse 🙂
Das neue Zelt steht in unter 5 Minuten, Isomatte und der dicke Winterschlafsack ziehen mit ein. Was für ein Palast! Die Platzverhältnisse sind wirklich üppig für ein Ein-Personen-Zelt
Lagerfeuerromantik, lecker Essen, Stockbrot aus Pizzateig…
Am Samstagmorgen ist der Nebel immer noch da. Was soll’s, Käffchen, Porridige, jetzt fahren wir eh nach Hause. Unterwegs noch Brötchen einkaufen für die Familie
HINWEIS: Es gibt noch einen weiteren klasse Blog-Artikel von Ulli zu diesem „Microabenteuer“: Link
Nachfolgend ein paar Infos zum neuen Zelt und zur Ausrüstung für Winter-Overnighter
Mein MSR-Zelt (Hubba NX) zeigt nach 10 Jahren Einsatz deutlich Auflösungserscheinungen. Die Nahtabdichtung löst sich auf. Der Krümelkram nervt und dicht sind die Nähte jetzt auch nicht mehr. Ich war immer gern damit unterwegs. Frei stehend, sein einziger Nachteil: Im Regen aufgebaut, wurde das Innenzelt nass. Es hatte gab kein feste Verbindung zwischen Innen- und Außenzelt. Es musste zwangsweise zuerst das Innenzelt am Gestänge befestigt und dann das Außenzelt oben drüber geworfen werden. Mit etwas Übung ging das schnell, bei zusätzlich Wind war’s deutlich schwieriger.
Das Neue Zelt kommt aus Kanada. Sein Import (also die komplette Bestellung) ist eine Geschichte für sich: Das „Durston x-Dome 1+„. Ein freistehendes 1-Mann Zelt, genauso wie das alte MSR-Hubba. Nur, dass dieses hier komplett aufbaubar ist! Außen- und Innenzelt können miteinander verbunden, gleichzeitig aufgestellt werden. Und es steht problemlos ohne Heringe. Der Innenraum ist vergleichsweise gigantisch! Aufrechtes Sitzen, auch für größere Personen kein Problem. Das Umziehen im Inneren ebenso wenig. Die Bildung von Kondensat kann ich noch nicht wirklich beurteilen. Wir hatten dichten Nebel, es war sowieso alles nass. Egal was, alles war feucht und klamm….November eben! Es gibt aber zwei Belüftungsöffnungen im Außenzelt, die dem entgegenwirken sollten.
Winter-Overnighter: Was ist wichtig?
Einen overnighter im Sommer kann eigentlich jeder machen, der einen Schlafsack und eine geeignete Unterlage hat. Na klar, es gibt auch ganz Harte, die schlafen auf dem Boden. Im Winter werden eine oder mehrere Nächte draußen schon interessanter und auch von der Ausrüstung abhängig. Das Schöne am Winter-Overnighter ist: Es sind bedeutend weniger Mitmenschen in der Natur unterwegs, allein schon wegen der Dunkelheit. Die Wahrscheinlichkeit, im Winter nachts jemandem zu begegnen, sinkt gegen Null! Jagdpächter mal ausgeschlossen, mit denen ist natürlich immer zu rechnen. Aber ihnen lässt sich aus dem Weg gehen, sofern man deren „Vorlieben“ kennt 😉
Also, Butter bei die Fische:
Das Schwierigste zuerst: Trocken bleiben. Das heißt, möglichst nicht oder so wenig wie möglich Schwitzen
Für mich kommt im Winter nur ein Daunenschlafsack in Frage. Beste Wärme bei geringstem Gewicht. Die Empfindlichkeit gegen Nässe wird gern als Gegenargument verwendet. Es gibt aber genügend Möglichkeiten, dem entgegen zu wirken oder den Schlafsack unterwegs zu trocken. Ich hatte bislang nie Probleme damit
Wenn es deutlich unter Null Grad Celsius wird, sind Daunenjacke und -Hose sehr hilfreich (Vorsicht am Lagerfeuer! Die Dinger bekommen schnell Brandlöcher. Lassen sich aber relativ gut flicken mit speziellen Patches)
Der Bedeutung der Isomatte wird gerne zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Deren Wintertauglichkeit wird mit einem Wärmedurchgangskoeffzienten angegeben. Je höher der Wert, desto besser. Für Temperaturen unter 0°C sollte der mindesten 3-4 betragen. Die Dicke einer Isomatte ist dabei nicht entscheidend und absolut kein Maß für Wintertauglichkeit! Es kommt viel mehr auf ihre inneren Werte an. Mehr Infos hier
Wer keinen Winterschlafsack, aber dafür zwei Schlafsäcke hat, kann die auch ineinander legen, um die Wärmeleistung zu erhöhen. Das Packvolumen ist dann nicht zu verachten!
Kalte Füße: Spezielle Bike-Schuhe für den Winter, inklusive Einlegesohlen, Wollsocken (gerne auch noch Sportsocken unten drunter) helfen ganz gut. Zusätzlich klebe ich noch gerne Wärmepads über die Zehen….
Für mich als Glatzenträger ist eine Kapuze an der Jacke sehr wichtig! Die wärmt zur Mütze noch zusätzlich und schützt außerdem im Nackenbereich bei windigen Verhältnissen
Ein Feuer ist im Winter beinah unverzichtbar. Das muss nicht groß sein. Ein „Hobo“ hilft schon. Wichtig und das gilt immer: Hinterlasse keine Spuren! Dafür gibt es verschiedene Methoden. Feuerschale oder -Netz nutzen, den Boden (Grassoden) ein paar Zentimeter ausheben und die Feuerstelle hinterher mit dem Aushub wieder abdecken, Feuer auf Steinen entfachen. Grundsätzlich bedarf ein Feuer besonderer Vorsicht und einen umsichtigen Umgang. Funkenflug sorgt bei trockenen Verhältnissen für ein unberechenbares Risiko! Offenes Feuer ist im Wald, außer an offiziellen Feuerstellen, grundsätzlich verboten.
Outdoor-Wärmflasche: Eine mit heißem (nicht kochendem!) Wasser gefüllte Trinkflasche kann den Schlafsack schon vorwärmen….und weitere gute Dienste leisten
[…] Schuhe zu schrauben. Als ich mit Verspätung und alten Schuhen endlich am Treffpunkt ankam, stellte Mario gerade fest, dass sein Fatbike einen Platten im Vorderrad hat. Aber wir waren unaufhaltsam auf dem […]
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