Mit dem Gravelclub La Forêt bin ich nun schon ein paar Jahre unterwegs. Ich war zu Zeiten der Corona-Pandemie begeistert von deren Idee, Touren als GPS-File zum download anzubieten und die Strecke dann in einem bestimmten Zeitraum allein zu Fahren. Die eigene Streckenaufzeichung konnte dann jeder an La Forêt „einsenden“ und an einem Ranking teilnehmen. Der Club ist innerhalb kurzer Zeit unglaublich gewachsen und inzwischen eine Abteilung des Vereins Dynamo Windrad e.V.

Matthieu hatte die Idee, einen overnighter am Ufer der Werra zu organisieren. Teilnehmen konnte eigentlich jeder, der Lust hatte. Also auch ohne Vereinsmitgliedschaft. Maximal 16 Personen sollten es sein. Der Übernachtungsspot war ein kleiner Campingplatz am Werraufer in Altenburschla.
Aus dem Fahrtenbuch:
Tag 1, die Anreise
- Die Anmeldung zur Teilnahme lief sehr einfach, per Mail. Das Eintragen in eine WhatsApp Gruppe half der schnellen Kommunikation, nicht nur im Vorfeld, auch später auf Tour.
- Der eigentliche Startpunkt war der Sportplatz von Dynamo Windrad in Rothenditmold. Der hätte für mich eine Stadtquerung hinwärts bedeutet. Deshalb gab ich die Info an den Guide, in Lohfelden zur Gruppe hinzu zu stoßen. Fabian wollte das ebenso machen (Anreise aus Grifte). Das Treffen hat optimal geklappt, wir haben nur eine kurze Wartezeit überbrückt.
- Die Söhre war unsere erste Herausforderung beim Aufstieg. Zum Glück nicht allzu lang, über Eschenstruth fuhren wir unseren Spot für die Mittagspause an: Den Hellkopfsee bei Retterode.
- In Waldkappel flickten wir den ersten Plattfuß. Antonia hatte es erwischt, eine Scherbe im Vorderreifen. Passenderweise gerade, als wir beim Edeka zum Verpflegungsstop ankamen.
- Am Fuße der Burgruine Reichenbach hatten wir unseren „Höhepunkt“ des Tages erreicht und es ging nun größtenteils abwärts. Immer wieder mit kleinen Stops an Bäumen mit reifen Früchten: Birnen, Zwetschen, Äpfel….eigentlich hätten wir kein Abendessen mehr benötigt.
- Kurze Verproviantierung am Rewe in Wanfried und Anfahrt des Campingplatzes in Altenburschla. Sehr gemütlich, klein und viel Platz für Zelte! Auch die Ausstattung des Platzes kann sich sehen lassen. Viel Spaß für Kids, saubere sanitäre Anlagen. Wirklich klasse. Außerdem verabschiedete sich Lisa. Sie wollte ohnehin nicht übernachten. Auf alternative Strecke fuhr sie bis Witzenhausen und nahm ab dort die Bahn nach Kassel.
- Nach dem Aufbau der Zelte gab es ein gemeinsames Kochen im Stuhlkreis 🙂 Jeder hatte etwas anderes im Kochtopf.
Die Streckenplanung für den 1. Tag:
Tag 2, die Rückfahrt
- Am Sonntagmorgen war in der Wetterapp nur ein kurzer Schauer angemeldet. Der wurde dann unerwartet lang und ganz schön heftig. Jedenfalls mussten wir alles naß einpacken und im Regen bis zum nächsten Café fahren. Dirk verliess hier die Gruppe, um rechtzeitig zu Hause noch einen Termin wahrzunehmen. Er wählte einen flacheren, direkteren Heimweg über den Radweg.
- Am späten Vormittag ließ sich die Sonne endlich wieder blicken und wir trockneten allmählich. Auf einen Streckenabschnitt hatte ich mich schon gefreut: Den Eichsfelder Kanonenbahn Radweg. Nur ein Teilstück, aber immerhin mit Tunnel.
- Zwischen Großbartloff und Wilbich verlieren wir kurz Fabian. Er folgte versehentlich im steilen Anstieg zwei Wanderern anstatt seinem Navi…Wir trafen in Asbach wieder zusammen.
- In Asbach-Sickenberg musste Antonia erneut einen Platten flicken: Diesmal am Hinterrad. Schon wieder eine Scherbe! Ganz schönes Pech….Daniel ist inzwischen auch von der Strecke abgebogen. Wollte, wenn ich das richtig verstanden hatte, flacher und direkter nach Hause.
- Ab Lindewerra folgten wir mehr oder weniger der Strecke meiner „Steinetour“. Nicht ohne kurzen Verpflegungsstop an der Aral-Tankstelle in Witzenhausen. Außerdem verabschiedeten sich hier Fabian, Julian und ??? (weiß den Namen nicht mehr). Sie nahmen ab hier die Bahn bis Kassel.
- Der Umschwang war die letzte Hürde vor Kassel. Wir fuhren in zwei kleinen Gruppen über zwei unterschiedliche Strecken zum Pass hinauf. Oben trennten uns etwa fünf Minuten.
- Für die Abfahrt nahmen wie die Straße bis Nieste und bogen vor dem Ort auf einen kleinen Trail ab. Bis auf Akis, der wollte lieber auf Asphalt bleiben.
- In Heiligenrode verabschiedete ich mich vom kleinen Rest der verblieben Gruppe (hier wohne ich), die gegen 18 Uhr ein Bild in die WhatsApp sendete: „Wir sind angekommen. Danke an alle“ 🙂

Die Streckenplanung für den 2. Tag:
Was bleibt?
Zurück bleibt die Erinnerung an eine super Bikepackingtour mit einer beeindruckenden Gruppe. 13 Starter, das fand ich schon echt stark. Und klar ist auch, dass bei dieser Gruppengröße das Tempo nicht sehr schnell war. Nicht nur wegen der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit, es gab ja unterwegs auch viel zum Schauen! Mir kam das eigentlich ganz gelegen, von wegen des leichten Trainingsdefizit (ich glaube, dass ich sogar der Älteste der Gruppe war) 🙂 Klasse war auch die Stimmung unterwegs. Kein Meckern, kein Klagen, immer gute Laune. Das hat echt Spaß gemacht. Unser Guide war sehr bemüht, die Stimmung hoch zu halten und hat immer darauf geachtet, dass die Gruppe zusammen bleibt. Landschaftlich war das natürlich großes Kino. Den Campingplatz in Altenburschla werde ich bestimmt wieder anfahren! Geheimtip.
Ein dickes Danke geht an Matthieu für seine Arbeit: Die Idee für die Strecke, das Scouting im Frühjahr, die Geduld unterwegs, um alle Bikepacker zusammen zu halten! Top Job. Gerne wieder.





































