Die Vorfreude steigt

Hui, keine drei Wochen mehr, am 25. April, dann startet der erste Hansegravel, eine Bikepackingtour von Hamburg nach Stettin in Polen. Die etwa 615 Kilometer lange Strecke folgt dem Verlauf alter Handelsrouten an der Ostseeküste, dem Hanseatenweg. Die Idee für diese Tour stammt von Rene Fischer, der sich auf diversen anderen Touren als ausgezeichneter Langstreckenfahrer einen Namen gemacht hat. Als Anmeldung galt der Nachweis einer freiwilligen Spende für das Projekt Hanseatenweg der Naturfreunde in Schleswig-Holstein. Wie nun jeder einzelne des ca. 170 Fahrer zählenden Starterfeldes den Weg zurücklegt, bleibt jedem selbst überlassen. Es gilt der allgemein gültige Kodex für Touren in diesem Stil: Folge dem Track, nimm keine fremde Hilfe in Anspruch, die nicht jedem anderen Fahrer auch zur Verfügung steht, nimm den Track an der Stelle wieder auf, wo du ihn verlässt. Ob man unter freiem Himmel übernachtet, oder eine feste Unterkunft aufsucht, ist Geschmacksache. Das Buchen einer Übernachtung vor dem Start ist allerdings tabu. Ein paar Fixpunkte unterwegs sind: Hamburg, Lübeck, Wismar, Rostock, Stralsund, Greifswald, Wolgast, Anklam, Stettin.

Rene Fischer auf dem Track des Hansegravels (Quelle: https://www.facebook.com/groups/320639118533449/photos/)

Der GPS-track ist inzwischen veröffentlicht und die Diskussion in einer offenen Facebook-Gruppe nimmt ordentlich Fahrt auf.  Welches ist das richtige Bike (war für mich klar, weil es ja eine „Graveltour“ ist 🙂 ), welches ist der beste Reifen, das beste Profil und die richtige Breite? In welchem Zustand wird die Strecke sein, wieviel Sand erwartet uns? Fragen über Fragen. Mein Tipp: Ruhe bewahren.
Einfach Fahren und genießen. Wenn’s langsamer geht als erwartet, dann isses halt so. Einfach Fahren, so lange, wie es der eigene Zeitrahmen oder die Kraft hergibt und Entscheidungen dann treffen, wenn sie nötig sind. Ein offizielles Rennen ist der Hansegravel ohnehin nicht. Es gibt weder eine Zeitnahme noch irgendwelche Preise zu gewinnen. Scharmützel untereinander sind natürlich schon immer spannend, auch wenn ich dabei nicht mitmischen kann. Selbst als Teilnehmer macht es Spaß zu sehen, was im Feld so los ist. Das klappt meistens, wenn es ein GPS-Tracking gibt. Diesmal wird dazu der Dienst von „Spotwalla“ (link muss noch aktualisiert werden) in Anspruch genommen. Einen Plan kann man sich erstellen, aber stoisch daran festzuhalten, macht meistens keinen Sinn und sorgt eher für Enttäuschungen, weil man ein gestecktes Ziel nicht erreicht hat. Für mich gibt es zwei Konstanten für die Planung: Der Start ist in Hamburg, das Ziel ist Stettin. Alles dazwischen ergibt sich und genau das ist es, was eine Bikepackingtour so spannend macht. Sich Einlassen auf Situationen, Momente oder Menschen ist Teil des Abenteuers. 

Gravelbikes auf dem track des Hansegravel (Quelle: https://www.facebook.com/groups/320639118533449/photos/)

Ein paar Dinge gibt es natürlich, die dem Gelingen, also dem Erreichen des Ziels beitragen. Zum einen ist das der gute technische Zustand des Fahrrades und zum Anderen das persönliche Befinden des Pedaleurs. Krank oder geschwächt würde ich eine solche Tour nicht antreten. Für mich ist außerdem wichtig, dass ich in den Pausen bestmöglich regenerieren kann. Bedeutet: So gut es geht vor Nässe schützen und nicht frieren. Das war’s dann aber auch schon. Logisch ist aber auch, dass selbst ein penibelst gepflegtes Fahrrad einem Defekt, wie zum Beispiel einem Platten oder (echt doof), einem abgerissenen Schaltwerk, oder noch schlimmer: einem Sturz, nicht vorbeugt. 

Genug der Philosophie, die Freude auf die Tour wächst jedenfalls unaufhaltsam. Ich freue mich sehr auf eine für mich völlig unbekannte Strecke (mal ohne Berge) und auf viele bekannte und neue Gesichter der Bikepacking-Szene, die ich zumindest am Start treffe!
Am 24. April steige ich zusammen mit Hansi abends in den Zug nach Hamburg (erstmals mit dem Rad im ICE!), wir werden uns ein schönes Plätzchen für die Nacht suchen und am Donnerstag, den 25. April pünktlich um 10 Uhr am Start des ersten Hansegravel stehen. Boaaa, das wird spannend!!

Achja: Für die richtig Schnellen gibt es auf der Velo in Berlin, die am 27. und 28 April stattfindet, kostenlosen Eintritt und einen kleinen Fahrertreff! Ob ich das noch rechtzeitig schaffe, steht in den Sternen 🙂 

Bildquellen: https://www.hansegravel.com/, https://www.facebook.com/groups/320639118533449/photos/ (René Fischer, Thomas Strobel); Das Titelbild habe ich aus einem Foto o.g. Quelle und dem Logo der Homepage selbst erstellt. 

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10 Thoughts to “Die Vorfreude steigt”

  1. Gert

    Hallo Mario, ich steige um 17.36 in KS in den ICE. Sehen wir uns? Gert #89

    1. Mario Schön

      Hi Gert, das ist ja witzig! Dann sehen wir uns auf jeden Fall und steigen in Kassel zu dritt zu. Das Abteil ist dann quasi erobert durch Hanse-Graveller 😂👍🏼

      1. Gert

        Super, nach dem Candy nutzen wir aber diese Gelegenheit zum Kennenlernen. Gert

        1. Mario Schön

          Ach, da warst du auch dabei?? Dann sind wir uns aber dezent aus dem Wege gegangen…

  2. Hallo Mario, das finde ich die richtige Einstellung! Die Diskussion auf Fb zu möglichen Limitierungen auf der Strecke ist mir schon zu viel. Zu Bereifung und Schlafsack habe ich zugegebenermaßen auch noch Fragen… um am Ende nehme ich dann wohl, was ich habe. Ich freue mich auf das Wiedersehen! Habe mich kürzlich schon geärgert, Dich auf der Kolektif verpasst zu haben – mit so illustrem Besuch hatte ich gar nicht gerechnet 🙂 Lieben Gruß und bis dahin!

    1. Mario Schön

      Ohhh, das freut mich, danke für dein Feedback Eva. In der Tat ist es schade, dass wir uns auf der Kolektif nicht mehr getroffen haben. Dann aber bald in Hamburg 🙂
      Du hast Fragen zur Ausrüstung? Nur zu, da ist Fb doch eine gute Quelle. Ein Blog aber auch 😉
      1. Reifen: so breit wie möglich, was der Rahmen hergibt. Hersteller fast egal, Profil aber geländetauglich. Auf meinem Sequoia kann ich den Conti Race King 2.0 fahren. Der ist genau 50mm breit und passt grad so zwischen den Rahmen. Bei Mätsche wird’s allerdings eng, dann schabt es schnell an den Kettenstreben. Für Sand finde ich die Breite aber trotzdem OK. Wird in deinem Jaeger wohl nicht mehr passen…
      2. Schlafsack: Ich schätze die Schlafsäcke von Cumulus. Werde den Panjama 450 einpacken, denn der hat auch bei leichten Minusgraden noch Reserven. Und ich friere schnell! Ich benutze auf dem Rad eigentlich immer Daune wegen geringem Gewicht und Packvolumen.
      Liebe Grüße nach Berlin
      DerMario

      1. Lieben Dank für die prompte Einschätzung und Deine Tipps! 🙂
        Ich habe ja für solche Touren mein Soma, das will auch mal wieder aus dem Stall. Da fahre ich den 42mm Panaracer Pasela und lasse das jetzt wohl auch so. War beim Candy gut, und gegen die Sandpisten hilft ja eh nichts außer Treten… Mit dem (geliehenen ) Schlafsack habe ich allerdings beim letzten Mal bei einstelligen Graden arg gefroren, da muss ich noch mal ran.
        Aber wir sehen uns ja eh bei top Wetter 😉 Bis dahin!

        1. Mario Schön

          Hehe 😃 ick freu mich !

  3. Signe

    Ich drücke euch die Daumen, dass ihr nicht nur Gegenwind habt 😉

    1. Mario Schön

      Danke liebe Signe! Das ist echt nett und ich glaube, deine Daumen können wir sehr gut gebrauchen 😬

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